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Herbstzeit ist Erkältungszeit: Schnupfen und Fieber komplementär behandeln

Der Beginn der kalten Jahreszeit wird für gewöhnlich auch mit den ersten triefenden Nasen in Verbindung gebracht. Doch nicht jeder Schnupfen setzt sofort die Einnahme von Medikamenten voraus. Die Arbeitsgemeinschaft für "Wohlfühlpflege von 0 bis 18 Jahren der Landes-Frauen- und Kinderklinik" empfiehlt daher bewährte und natürliche Methoden, die bei den ersten Anzeichen von Husten, Schnupfen oder Heiserkeit, aber auch ergänzend zu ärztlichen Therapien einfach und effektiv eingesetzt werden können.

Bei anfänglicher Erkältung, kalten Füßen aber auch bei Spannungskopfschmerz und Schlafproblemen ist beispielsweise ein herkömmliches Fußbad zu empfehlen. Zielsetzung eines Fußbades ist eine Verbesserung des Allgemeinbefindens herzustellen. Die Experten raten, zusätzlich eine halbe Tasse Salz ins Wasser zu geben (wirkt entgiftend). Anschließend gilt es beide Beine in halber Wadenhöhe zehn bis fünfzehn Minuten zu baden und bei dementsprechender Abkühlung warmes Wasser nachzugießen. Abschließend die Füße mit klarem Wasser abspülen, abtrocknen, warme Socken anziehen und unbedingt nachruhen.

„Sollten Fieber und/oder ein schlechter Allgemeinzustand die Erkältung begleiten, so ist der Weg zum Arzt unerlässlich. Dennoch gibt es neben der ärztlichen Therapie einige herkömmliche Methoden, mit deren Hilfe das Fieber gesenkt und ein anhaltender Hustenreiz eingedämmt werden kann“, betont Ass. Dr. Kornelia Schwendter von der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde.

Eine besonders zielführende Methode zur Fiebersenkung sind die bereits aus der Zeit unserer Großeltern stammenden Waden- und Topfenwickel. Klassische Methoden, die gerade in punkto richtige Anwendung näher beleuchtet werden sollten: Der Wadenwickel kommt beispielsweise bei Fieber über 38,5 ° C zum Einsatz. Dabei immer auf warme Beine achten. DKKS Monika Gebetsberger ergänzend dazu: „Beim Wadenwickel gilt es je ein Badetuch unter die Waden zu legen. Die Innentücher – sprich Tücher aus Leinen oder Baumwolle (besonders geeignet sind beispielsweise Geschirrtücher oder Stoffwindeln) – wadenbreit zurechtlegen, aufrollen, ins lauwarme Wasser tauchen und ausdrücken. Nun an beiden Beinen zwischen Knie und Knöchel locker anlegen und mit dem Außentuch umwickeln. Wenn das Innentuch warm ist, den Wickel erneuern – diesen Vorgang drei bis viermal wiederholen. Anschließend die Beine abtrocknen, zudecken und nachruhen.“

Beim Topfenwickel muss zwischen dem warmen und dem kalten Topfenwickel unterschieden werden, die beide unterschiedliche Problemstellungen behandeln. Der warme Topfenwickel findet bei Fieber, Bronchitis und Lungenentzündung seine Anwendung und wirkt fiebersenkend, hustenstillend und schleimlösend. Zum Ablauf: Zuerst Topfen auf Körpertemperatur erwärmen (z. B. mit heißem Wasser anrühren) und anschließend fingerdick auf ein Blatt Küchenrolle auftragen, mit einem weiteren Blatt abdecken und in ein Geschirrtuch verpacken, sodass nur eine Stoffschicht zwischen Topfen und Haut ist. Anschließend wird der Topfenwickel auf den Brustkorb platziert, eine Zwischentuch aus Baumwolle darüber gestülpt und der Oberkörper mit dem Außentuch – sprich einem Badetuch – eingedreht. „Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es nötig sein, den Wickel zusätzlich zu fixieren, um einen guten Halt zu erzielen – geeignet dafür sind zum Beispiel ein Body oder ein enger Pullover. Bei Fieber den Wickel entfernen sobald der Topfen angetrocknet ist – ansonsten kann er bis zu maximal drei Stunden belassen werden. Bei Frösteln den Wickel sofort entfernen. Ein Topfenwickel darf zweimal täglich angelegt werden. „Bei Kuhmilcheiweißallergie darf dieser Topfenwickel keinesfalls angewandt werden“, erklärt DKKS Monika Gebetsberger. Der kühle Topfenwickel findet bei Schmerzen im Hals seine Anwendung. Die Wickeltücher dabei genau wie beim warmen Topfenwickel vorbereiten und für ca. 30 Minuten auf den Hals legen – Durchführung mehrmals täglich möglich.

Von einem Erfolg kann sowohl beim Waden- als auch beim warmen Topfenwickel gesprochen werden, wenn das Fieber um 0,5 Grad gesenkt werden konnte. Bei Anwendung einer Wickelmethode sollte jedoch nicht gleichzeitig oder kurz hintereinander ein anderer Wickel angelegt werden. Die Experten der ARGE für Wohlfühlpflege abschließend: „Egal für welche Methode man sich auch entscheidet – im Mittelpunkt sollte die richtige Anwendung, Durchführung und Dosierung stehen.“