Basale Stimulation – Kinder in ihrer Entwicklung individuell fördern
Ein weiterer Schwerpunkt in der Pflege erfolgt an der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz durch die Anwendung Basaler Stimulation – dazu DKKS Auguste Schütz, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege: „Seit September 2003 sind wir konkret mit der Umsetzung bzw. Implementierung dieses Konzeptes beschäftigt. Die Schwerpunkte erstrecken sich dabei auf innerbetriebliche Schulungen der Pflegepersonen sowie auf die Praxisanleitung bei der Anwendung des Konzeptes“.
Basale Stimulation – was ist das?
Basale Stimulation ist ein Förderkonzept, das von Prof. Dr. Andreas Fröhlich, Sonderpädagoge und heilpädagogischer Psychologe für Menschen mit Wahrnehmungsbeeinträchtigungen entwickelt wurde. Das Ziel der Basalen Stimulation in der Pflege ist es, die Fähigkeit zur Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation zu begleiten und zu fördern. Diese Form findet vor allem im Umgang mit schwerkranken, Frühgeborenen und behinderten Kindern und Jugendlichen Anwendung.
Basale Stimulation = wechselseitiger Lernprozess
In diesem Konzept ist Pflege als wechselseitiger Lernprozess zwischen Patient und Pflegeperson zu verstehen. Pflegende bieten dem Patienten Wahrnehmungsangebote an (z.B. einen Lagewechsel, eine Waschung) und warten nach dem ersten Impuls die Reaktionen des Patienten ab. „Mit anderen Worten eine geeignete Lageposition bzw. -veränderung unterstützt die Orientierung, Wahrnehmungsfähigkeit, Bewegungsmöglichkeiten, Atmung sowie Schmerzreduzierung und kann die Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen fördern“, betont Auguste Schütz. Diese Reaktionen werden im weiteren Handeln berücksichtigt und leiten nach Möglichkeit die Pflegenden in ihrer Aktivität an. Der Patient bestimmt dadurch die Pflege maßgeblich mit. Unter Berücksichtigung seiner persönlichen Lebenserfahrungen und der Beobachtung des Umfeldes kann somit ein gezielter Förderplan für die Kinder erstellt werden. Pflegehandlungen wie Waschungen, Einreibungen oder Bewegungsangebote werden dabei nicht als punktuelle Maßnahmen angeboten, sondern im Sinne der Ganzheitlichkeit in die Pflege und Förderung des Kindes integriert.
Aktive Einbeziehung der Eltern
Durch die frühe Einbeziehung und Anleitung der Eltern lernen diese bereits in der Klinik Pflege als eine gezielte und ganzheitliche Förderung kennen und können durch dieses Wissen ihr Kind auch zu Hause gezielt in seiner individuellen Entwicklung unterstützen.